Unter vier Augen...

Ihr Lieben,

lasst uns mal unter vier Augen reden... über Privatsphäre, Gedanken und Gefühle und so...



Ich würde gerne mehr schreiben was ich denke und was mir durch den Kopf geht und was mich bewegt, traue mich aber nicht!

Ihr wisst von mir, dass ich ein Morgenmuffel bin. Wieviele Lippenstifte ich ungefähr besitze und habt meinen ersten Besuch in der Benefit Brow Bar quasi "hautnah" miterlebt. Ihr wisst, was bei mir so auf den Tisch kommt und wo ich sitze, wenn ich meine Posts verfasse.


 Bei vielen anderen Blogs mag ich genau die Beiträge, die über die Person handeln, am liebsten. Wie sie mit positiven und negativen Gefühlen umgehen, wie ihre Dates gelaufen sind und manchmal kann ich mich total gut in Situationen hineinversetzen, die gerade durchlebt werden. Dann fiebere ich daumendrückend mit, dass alles gut wird. Oft nur als stiller Leser, aber wenn mich ein Post berührt, dann schreibe ich einen aufmunternden Satz oder dass ich mich in die Lage hineinversetzen kann.

 Dabei bekomme ich auch mit, wie oft negative Kommentare unter eben diesen Posts stehen, und frage mich, ob die Menschen keinen Anstand mehr besitzen. Wie kann man denn die persönlichen Gedanken einer Person, die sie auf ihrem eigenen Blog veröffentlicht, so mit Füßen treten? Ich finde es wichtig, dass jeder Mensch sich seine eigene Meinung bildet und auch, dass jeder mit Gefühlen anders umgeht. Wir sind nunmal (zum Glück) keine Roboter.

Manchmal ist es eben besser, einfach mal nichts zu sagen! 

Auch wenn man anderer Meinung ist, sollte man diese nicht bis aufs Blut propagieren oder anderen aufzwingen. Wir haben hier auf 30rockt!!! zum Glück noch keine Erfahrung damit gemacht, aber irgendwann ist immer das erste Mal und was passiert dann? Wie geht man damit um, wenn unsere Leser, womöglich auch noch anonym, über uns urteilen oder ungerecht werden?

 Wo fängt denn nun Privatsphäre an und wo hört sie auf? 

 Auf meinem privaten Facebook-Account gehe ich ziemlich sorgsam mit meinen Daten und Fotos um. Keine Posts, dass ich gerade im Urlaub bin und die Einbrecher sich eingeladen fühlen. Zwei mal im Jahr ein Foto mit Freunden und das wars, denn die Menschen, die mir wichtig sind, sind oft dabei oder bekommen die Fotos dann auch unzensiert zu sehen ;-)

Auf dem Blog sind (zwar wenige und gut ausgewählte) Fotos von mir zu sehen, aber sie sind eben da. Hier gibt wahrscheinlich auch Potenzial zu lästern... Das würden diese (besagten) Läster-Menschen wahrscheinlich aber auch tun, wenn wir unsere Gedanken nicht auf dem Blog veröffentlichen würden. Manchmal glaube ich nämlich, dass sie nichts besseres zu tun haben, als über Andere zu urteilen, obwohl sie mal ihre eigene Lebenssituation bedenken und überdenken sollten. Haben die nichts besseres zu tun, als sich ihre hübschen (oder manchmal auch weniger hübschen) Köpfchen zu zerbrechen? Anscheinend nicht... Oder sie lenken mit dem "geläster" einfach nur von sich selbst ab, um besser da zu stehen. Schade...

Ist es ratsam über Dates, Gefühle und Gedanken zu schreiben?

Ich bin ein Mensch, der Gefühle nur schwer verbergen kann. Wenn ich traurig bin, sieht man mir das an. Wenn ich genervt bin, rolle ich mit den Augen (es soll Menschen geben, die das angeblich sogar am Telefon bemerken...) und ich kann Menschen nicht leiden, bei denen immer alles supi ist. Wobei ich sie auch ein wenig beneide, denn ihnen sieht man die Traurigkeit nicht an und sie werden eben nicht mit Fragen gelöchert, wie es einem geht, wenn's denn schlecht geht.

Die, die mich gut kennen, sehen oder erkennen spätestens an meiner Stimmlage, wie es mir geht. Will ich, dass andere (mir unbekannte Menschen) wissen, wie es mir geht oder was mich gerade verletzt hat?

Ich glaube schon, dass ich auch in meinem Umfeld ziemlich offen über das rede, was mir gegen den Strich geht oder was mich bewegt, aber muss man das hier auf dem Blog lesen?
Will man es überhaupt lesen?

Schreiben kann auch eine Art Therapie sein. Wenn ich etwas aufschreibe, was mich bewegt, sehe ich es klarer und kann mir einen anderen Blickwinkel auf die Situation verschaffen, aber will ich, dass JEDER weiß, wie es mir gerade geht oder die Situation womöglich noch ausnutzt um Salz in die Wunde zu kippen?

Fragen über Fragen... 

 Wir merken natürlich an unseren Zahlen, dass eben diese Posts, in denen wir persönlicher werden und Geschichten aus dem wahren Leben schreiben, viel mehr angeklickt werden, als zum Beispiel eine Produkt-Review. Ich mag es auch, bei anderen Bloggern zu lesen, was sie bewegt und worüber sie sich Gedanken machen. Machmal weiß man über das Gefühlsleben dieser Menschen besser Bescheid, als von seinem Gegenüber, obwohl man ihnen noch nie persönlich begegnet ist. Aber man merkt in den Beiträgen auch, dass ein Thema sie beschäftigt, kann ihre Freude oder Traurigkeit mitfühlen und kennt viele Situationen, die sie beschreiben, von sich selbst.


Wie seht ihr das? Gehen wir Blogger zu öffentlich mit unserer Privatsphäre und unseren Gedanken um? Was tut Ihr, um euch zu schützen? Wo zieht ihr die Grenze? Und wieviel privates wollt ihr überhaupt von uns lesen?



Kommentare :

  1. Hi Nina,
    jeder ist wie er ist. Jeder erzählt, was er erzählen möchte (okay, manchmal erzählt man auch zu viel und ärgert sich hinterher - ich zumindest), sollte sich aber immer bewusst sein, dass das Gegenüber alles, was man ihm erzählt hat, weitererzählen, drehen oder wenden kann. Jeder, der im Internet schreibt, sollte sich dessen erst recht bewusst sein, dennoch denke ich a) dass man, wenn man ein offener Mensch ist, auch im Internet tendenziell eher so sein sollte wie man eben ist und b) dass zwar im Internet JEDER lesen kann, was man schreibt, aber nicht jeder tut es bzw. nicht jeden interessiert es. Wir sind schließlich nicht mal D-Promis. ;) Gottseidank, kann ich da für mich nur sagen, denn nichts stelle ich mir furchtbarer vor als prominent zu sein. ;)

    Diesen Satz von Dir "Ich bin ein Mensch, der Gefühle nur schwer verbergen kann. Wenn ich traurig bin, sieht man mir das an. Wenn ich genervt bin, rolle ich mit den Augen (es soll Menschen geben, die das angeblich sogar am Telefon bemerken...) und ich kann Menschen nicht leiden, bei denen immer alles supi ist." kann ich übrigens absolut unterschreiben. Geht mir ebenso. Habe mich sehr über Deinen Beitrag gefreut!
    LG
    Gunda

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  2. Ich habe ganz ähnliche Esszimmerstühle. Haben auch schon 20 Jahre auf dem Buckel, aber ich möchte keine anderen und hoffe sie halten noch ein bisschen durch.
    Ein guter Blogpost. Ich habe es in den letzten Tagen schon mehrfach geschrieben. Ich bin kein Geheimniskrämer, kein Blender und kein besserer, schönerer, klügerer sonstwas Mensch. Ich bin bloß ich.
    Und ich erzähle auf meinem Blog in etwa das, was ich einer füchtigen Bekannten auch in öffentlichen Verkehrsmitteln erzählen würde. Da weiß man auch nicht, wer hinter der Trennbank sitzt. Da ich andere Leute nicht "ausrichte" oder über sie lästere, gibt es kein Potential für "Dinge, die andere nicht hören dürfen".
    Bleib so, wie Du bist. LG Sunny

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  3. Das Thema hat im Netz wirklich große Wellen geschlagen - ich kann nicht mehr mal unter vier Augen mit Euch reden! ;)).
    Aber Spaß beiseite....Diese Frage nach dem richtigen Maß ist so subjektiv!Wie viel ist genug? Wie viel ist zuviel? Wie wenig ist zu wenig? Jeder muss sein eigenes Maß finden. Es gibt keine Formel!
    Als Blogger möche man eine Verbindung zu seinen Lesern herstellen und das geht nur wenn man etwas über sich selbst schreibt, aber man muss Grenze setzen!
    Bleib so wie du bist /wie ihr seid...Das ist ganz gut so!
    LG Claudia

    www.claudias-welt.com

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  4. Ihr seid echt toll! Vielen Dank für eure Kommentare. Und es ist schön zu sehen, dass es euch auch so geht und wir uns oft über die gleichen Dinge Gedanken machen.

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