Ständige Erreichbarkeit - Fluch oder Segen?

Obwohl ich fast die letzte in meinem Freundeskreis war, die ein Smartphone hatte, habe ich mich ziemlich schnell daran gewöhnt, doch immer wieder mal schnell drauf zu schauen - das Teil in die Hand zu nehmen und damit rumzuspielen und irgendwie immer erreichbar zu sein.

Die Tools wie "Whatts App" oder "Viber" sind toll wenn man mit den Mädels einen Abend plant, da kann jeder seinen Senf dazu geben und man muss nicht jeden Einzeln anschreiben. Auch ab und zu mal ein lustiges Bild umherschicken - JA - das mache ich auch! Denn auch ich freue mich immer, wenn ich was lustiges bekomme, was mir im tristen Arbeitsalltag ein Lächeln auf die Lippen zaubert.

Auf einer großen Plattform stand neulich der Spruch: WARUM 3 MINUTEN TELEFONIEREN, WENN MAN ES AUCH IN 8 STUNDEN PER WHATTS APP KLÄREN KANN?? - Ich musste lachen, denn oft ist genau das der Fall ;-)

Jetzt zu meinem kleinen Experiment: Ich gehöre zu den Menschen, die zwar nicht Abhängig von ihrem Telefon sind, es aber trotzdem fast immer dabei haben und gerade von Montag bis Freitag schon in regelmäßigen Abständen ständig in der Hand halten. Trotzdem bemerkte ich in den letzten Wochen, wie mich das Telefon zusätzlich zu meinem hohen Arbeitsaufkommen doch mehr belastet als gedacht. Ständig erreichbar sein - für jeden da sein - alles sofort klären... Da kann man schonmal ein wenig ins "straucheln" kommen und dieser Perfektionismus ist alles andere als gesund! 

Was passiert also, wenn ich das Telefon den ganzen Tag in der Tasche lasse und mir ein "Zeitfenster" zum beantworten der Nachrichten einrichte?? Nichts!! Es passierte einfach nichts, wenn ich mal 3 - 5 Stunden später antworte, weil mein Handy statt am Schreibtisch nun in meiner Tasche verweilt. Auch wenn meine Freunde es bisher gewohnt waren, dass ich gleich antworte. Es ist ein wunderbares Gefühl, nicht mehr ein Sklave seiner Selbst zu sein... 

Natürlich reagierten einige auch leicht verwirrt - weil ich eben nicht gleich antwortete... Aber als ich dann (4 Stunden Später) erklärte, dass ich ziemlich viel zu tun habe und mein Handy mich ablenkt, wenn ich trotz viel Arbeit immer wieder mal kurz abschweife und darauf schaue, war das ok. 

Am meisten nerven mich übrigens diese "Mir-ist-langweilig-was-machst-du-wie-geht-es-dir"-Schreiber - ich denke jeder kennt sie... Leute, denen man irgendwann mal seine Nummer gegeben hat und die immer in den unpassendsten Momenten schreiben, weil ihnen langweilig ist. 

Euch ist langweilig? Nehmt euch ein Buch - bringt den Müll raus - oder kümmert euch um eure Freundin (die wahrscheinlich weniger amused über den regen Kontakt zu anderen Damen ist). 

Ich glaube, wer ständig am Handy hängt, verpasst ein wenig das Leben um einen herum. 

An diese Handy-freie-Zeit muss man sich zwar erst gewöhnen, aber es ist gar nicht so schlimm und man hat tatsächlich mehr Zeit für die schönen Dinge! Rechnet mal die Zeit zusammen, die ihr effektiv am Handy verbringt und die Zeit, die ihr einfach nur drauf schaut, um zu gucken, ob vielleicht was ist... 

Wir Frauen sind ja für unser "Multitasking" bekannt - allerdings bewältigen wir die Aufgaben während des Multitaskings nur halb so gut & halb so schnell wie als wenn wir uns komplett auf eine Aufgabe konzentrieren. 

Mein kleines Experiment hat mein Handyverhalten etwas geändert - ich habe jetzt mehr Zeit ;-)

In diesem Sinne - mein Handy ist jetzt erstmal wieder aus... Ihr erreicht mich ganz altmodisch übers Festnetz - oder ich antworte, wenn ich später Lust (und Zeit) dazu habe...

XoXo,
Nina







Kommentare :

  1. Ich war mal der erste bei uns, der ein Smartphone hatte. Aber eher schnell wurde aus der ersten Begeisterung auch Skepsis. Muss ich wirklich jederzeit erreichbar sein, muss jeder wissen, wann ich online bin, besuch ich nicht lieber die BFF als ihr ne WhatsApp zu schicken. Hmm, nützlich sind sie ja, aber Handyfreie Zeit ist wirklich auch mal schön!

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    1. Liebe Ela - du bist der erste Kommentar auf unserer Seite! Ich freue mich :-)

      Du hast vollkommen recht - Man muss eben nicht ständig erreichbar sein, obwohl es bei mir schon eine Weile gedauert hat, bis ich das hinbekommen habe. Und der Besuch bei den Freunden ist natürlich viel schöner als eine kurze Nachricht, obwohl das in der heutigen Zeit, wo viele Freunde in ganz Deutschland verstreut wohnen auch vorteile hat, wenn man mal eben schnell eine Nachricht schicken kann.

      Deine Nina von 30rockt!!!

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  2. Hi Nina,

    ich habe mein Handy tagsüber auf der Arbeit grundsätzlich mit lautlosem Vibrationsalarm in meiner Handtasche. Wenn ich den ganzen Tag irgendwelche SMS beantworten (und privat "rumchatten") würde, das käme mir schon ziemlich respektlos vor gegenüber meinem Arbeitgeber und den Kollegen (ich kanns ja auch nicht ab, wenn Leute in Besprechungen die ganze Zeit auf ihren Handies rumtippen). Außerdem lenken mich schon die ganzen eingehenden Mails genug ab.
    Jedoch - muss ich zugeben - auf die Weise habe ich auch schon ein paar wichtige Anrufe erst abends mitgekriegt...es ist zwar noch immer gutgegangen. Aber irgendwelche Notfallanrufe würde ich möglicherweise gar nicht mitkriegen...

    Lg, Annemarie

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    1. Liebe Annemarie,
      natürlich habe ich mein Handy auch grundsätzlich nur lautlos um meine Kollegen nicht zu stören & es kommt auch nur in den Pausen zum Einsatz - aber es selbst dort einfach mal in der Tasche zu lassen, daran konnte ich mich erst nach einiger Überwindung gewöhnen.
      Wobei es auch immer ein wenig darauf ankommt, wo man arbeitet und wie es generell mit Anrufen gehandhabt wird.
      Für die "echten" Notfälle haben meine Familie & meine Freunde natürlich die Festnetznummer vom Büro - also bin ich da schon erreichbar. Aber ich hoffe natürlich auch weiterhin, dass diese Notfälle (hoffentlich) nicht vorkommen.

      Liebe Grüße, deine Nina vom 30rockt!!!

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